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Der im Jahre 284 n.Chr. an die Macht gekommene Offizier Diokletian versuchte,
das Reich durch die Anwendung von Disziplin und Zwang auf allen Ebenen, auch
durch eine systematische Christenverfolgung, zu stabilisieren. Da er bei den anderen
Generalen und bei den Truppen hohe Autorität genoss, hatte sein System der
Tetrarchie, mit zwei Ober- und zwei Unterkaisern (Augusti und Caesares)
eine Zeitlang Bestand. Doch bald kam es wieder zu Kriegen zwischen verschiedenen
Truppenteilen und ihren Feldherrn. Einer von diesen, Konstantin, setzte sich in der
Schlacht an der Milvischen Brücke (im Norden Roms) 312 n.Chr. durch, nachdem er
seine Truppen mit dem Symbol der christlichen Region ausgestattet hatte.
Konstantin sah in dieser Religion offenbar eine geeignete Stütze für die
Stabilisierung des Reiches und die Legitimierung seiner Herrschaft. Immer stärker
förderte er das Christentum. Allmählich setzte sich die Vorstellung durch, dass
die Kiser nach dem Willen Gottes im Reich regierten. Je mehr sich nun die
christliche Religion im Reich ausbreitete, desto intensiver wurde die Bindung
der Untertanen an den Kaiser und das Reich. Darüberhinaus hatte Konstantin zum
Teil Massnahmen Diokletians fortentwickelt, das Heer und die Reichsverwaltung
reorganisiert. Der Druck auf die Städte des Reiches und die einzelnen Untertanen
nahm erheblich zu. Durch die Gründung der Stadt Konstaninopel (vormals Byzanz)
als zweites Rom gab der Kaiser auch dem Osten des Reiches ein neues Zentrum.
Im Inneren blieb die Situation relativ stabil. Doch die aussenpolitischen
Probleme nahmen nicht ab: Die Konkurrenz des persischen Reiches liess sich nicht
ausschalten. Vor allem wurde, wegen der immer grösser werdenden Unruhe der
germanischen Stämme (Völkerwanderung), der Druck auf die Nordgrenze immer stärker.
Nach einer katastrophalen Niederlage gegen die Westgoten bei Adrianopel (378 n.Chr.)
musste erstmals die Ansiedlung von Germanen auf römischem Boden innerhalb des
Reiches toleriert werden. Immer mehr Germanen gelangten in den Heeresdienst und
in hohe Offiziersränge.
Nach dem Tode Kaiser Theodosius'I., der das Christentum besonders nachhaltig
unterstützt hatte (Verbot heidnischer Götterkulte 392 n.Chr.) wurde die Herrschaft
zwischen seinen Söhnen Arcadius (Osten) und Honorius (Westen) geteilt (395 n.Chr.),
ohne dass damit die nominelle Einheit des Reiches aufgelöst war. Der Westteil des
Reiches ist unter den Angriffen der germanischen Stämme zusammengebrochen (476 n.Chr.),
die allerdings gerade in der Herrschaftsorganisation vieles von den Römern
übernahmen.
Im Ostteil mit der Hauptstadt Konstatinopel wurde dagegen die Tradition
des Reiches bewahrt. Der Kaiser Justinian (527-565 n.Chr.) konnte sogar noch
einmal versuchen, die gesamte Reichsgewalt auch im Westen, in Italien, Spanien
und Afrika, zur Geltung zu bringen. Diese Restauration war allerdings nicht von
Dauer. Das Römische Reich blieb auf den Ostteil beschränkt. Seine Bewohner nannten
sich Rhomaioi, d.h. Römer, aber in griechischer Sprache. Das Römische Reich,
das im Osten das Erbe des Hellenismus weitergetragen hatte, wurde nunmehr
griechisch, das Reich von Byzanz.
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