|
Die Anfänge
In einer ausführlichen Abhandlung hat Franz Schmidlin,
Sekundarlehrer, Hochdorf, die Schulgeschichte von Schachen bis
zur Aufhebung der Gemeinde im Jahre 1888, dargestellt. Er berichtet
darin, dass der 4. Dezmeber 1800 als Geburtsstunde der Volksschule
bezeichnet werden kann.
Die erste sichere Kunde vom Aussehen der Schulräumlichkeiten besteht
heute noch anhand eines Originalplanes der Schulstube im Altgaden vom Jahre
1815. Die höchsten Schülerzahlen in Schachem im Laufe des 19. Jahrhunderts brachten
die 30er Jahre. Am 8. Brachmonat 1832 beantragte die Schulkommission des ersten
Schulkreises in einem Schreiben an den Erziehungsrat die Errichtung einer
Sommerschule, weil sich die dortige Schülerzahl auf 100 Schulpflichtige nebst
20 Kindern aus der Gemeinde Malters belief. In den 40er Jahren sollen in der
Gemeinde Schachen wegen eines Schulhausneubaues Streit und Unfrieden entstanden
sein. Es handelte sich darum, ob man ein neues Schulhaus bauen oder
aber wie bisher im Altgaden einen neuen Pachtvertrag für die Schulräumlichkeiten
abschliessen wolle. Der Beschluss der Gemeindeversammlung vom 27. August 1843,
an welcher von mindestens 124 Stimmberechtigten nur deren 40 erschienen, ergab
22 Stimmen für den Pachtvertrag. Eine Beschwerde an den Regierungsrat verlangte die
Aufhebung dieses Beschlusses, was der Regierungsrat guthiess.
Bau des Schulhauses Farnbüel
Aus dem Protokoll der Gemeindeversammlung vom April 1906 kann
entnommen werden: "Es wird ablesend Kenntnis gegeben von schritlichen Eingaben
des Herrn Bezirksinspektors, womit die Gemeinde Werthenstein allen Ernstes ersucht
wird, die Frage eines zu erstellenden Schulhauses in Schachen förderlich in
Behandlung zu ziehen". Auf Antrag des Gemeinderates wählte die Versammlung
eine Kommission von 7 Mitgliedern. Auf ihren Antrag wurde bereits am 8. Juli
gleichen Jahres einstimmig beschlossen, im Oberrümlig ein neues Schulhaus zu
bauen. Die Versammlung beauftragte die Baukommission, einen geeigneten Bauplatz
zu erwerben und endgültig einen Kaufvertrag abzuschliessen. An der Frühjahrs-Gemeindeversammlung
vom 26. April 1908 genehmigten die anwesenden Bürger einstimmig das von Architekt
G. Müller, Luzern, vorgelegte Projekt für den Schulhausneubau. Dieser erfolgte in den
Jahren 1908/09. Aufgrund des Protokolls vom 24. April 1911 beliefen sich die Kosten
laut Bauabrechnung auf Fr. 64'319.60. Das alte und räumlich viel zu klein gewordene
Schulhäuschen "Müsliweid" wurde im darauffolgenden Jahr verkauft.
Errichtung einer hauswirtschaftlichen Schule
Gemäss einer Verordnung erklärte der Regierungsrat im Jahre 1944 den hauswirtschaftlichen
Unterricht im ganzen Kanton obligatorisch. Die notwendigen baulichen Veränderungen und die Neuerrichtung
einer hauswirtschaftlichen Schule erforderten einen Kredit von Fr. 11'600.--. Aufgrund der
Bestimmungen des abgeänderten Erziehungsgesetzes mit dem obligatorischen
Schulturnen, erhielten die Gemeinden die Pflicht für geeignete Lokale und Geräte
besorgt zu sein. So stimmte die Gemeindeversammlung vom 13. April 1947 einem Kredit von
Fr. 3800.-- für den Ausbau des Kellerraumes in eine kleine Turnhalle zu.
Erweiterung und Renovation des Schulhauses Farnbüel
An der Versammlung vom 1. Mai 1949 beschlossen die anwesenden Bürger den Einbau eines
3. Schulzimmers inkl. Erweiterung der Zentralheizungsanlage in den Estrich und bewilligte
hierfür einen Betrag von Fr. 16'000.--. Diese Erweiterung drängte sich auf,
weil gegenüber vor 20 Jahren die Anzahl der schulpflichtigen Kinder von 54
auf 120 angestiegen war.
Die erste grosse Renovation stand am 12. April 1965 auf der Traktandenliste
der Gemeindeversammlung. Da bei der seinerzeitigen Erstellung des Schulhauses der aufsteigenden
Feuchtigkeit nicht genügend Rechnung getragen wurde, entstanden im Mauerwerk Risse, die
teilweise in früheren Jahren schon ausgebessert wurden. Das Mauerwerk und die Decken der
Schulzimmer, der Turnhalle sowie des Stiegenhauses mussten überholt und sämtliche Fenster durch
neue ersetzt werden. Die Grundmauern erhielten eine Isolation und das Oberflächenwasser eine
neuerstellte Kanalisation. Gemäss den gesetzlichen Bestimmungen des Gewässerschutzes musste eine
Abwasser-Kläranlage mit einer dreiteiligen biologischen Reinigung erstellt werden.
Die Abwartwohnung wurde mit einem Badeeinbau und Küchenkombination den heutigen Verhältnissen
angepasst. Das Schulhaus erhielt anstelle der bisherigen Kohlenfeuerung eine Ölheizung,
und die Schulzimmer versah man mit einer neuen Beleuchtung. Eine Baukommission mit dem
Vorsitz von Armenpfleger Otto Muff und unter Beizug von Architekt Josef Müller, Ruswil, erarbeitete
ein Umbau- und Renovationsprojekt mit einem Kostenvoranschlag von Fr. 168'000.--. Gemäss
Bericht der Kommission zur Begutachtung von Projekten für Schulanlagen konnte
dieses Projekt nicht genügen. Es musste durch Aufnahme von zusätzlichen Ergänzungen, Verbesserungen
und Sicherheitsmassnahmen erweitert werden. Der neue Kostenvoranschlag belief sich nun auf
Fr. 242'224.--, womit sich die Versammlung einverstanden erklärte.
Nur ein Jahr später, an der a.o. Gemeindeversammlung vom 27. Mai 1966, legte die Baukommission
das Projekt für eine 2. Etappe vor. Es mussten die Fassaden renoviert, dringend Stützmauern und
Platzanlagen sowie eine Garage mit Abstellraum für Geräte erstellt werden. Der Kostenvoranschlag rechnete
mit Aufwendungen von Fr. 109'346.--, womit der Souverän sich einverstanden erklärte. Die Bauabrechnung
für beide Etappen präsentierte sich mit totalen Umbau- und Renovationskosten von Fr. 377'864.45, ohne
Bauzinsen, womit der gesamte Kostenvoranschlag um rund Fr. 25'000.-- überschritten wurde, was auf notwendige
Mehrleistungen, die sich während der Renovationsarbeiten aufdrängten, zurückzuführen war.
Errichtung des Pavillions für das Schulhaus Farnbüel
Mit Beginn der 70er Jahre war das Schulhaus Farnbüel nicht mehr in der Lage, alle Schulkinder
des Schulhauskreises aufzunehmen. Anfangs 1975 konnten, gestützt auf ein Abkommen mit der Gemeinde
Malters, 32 Schüler des Kreises Schachen die Schule im Schulhaus Breite besuchen. Auf den Schulbeginn
1975/76 bewilligte das Erziehungsdepartement eine neue, zusätzliche Lehrstelle. Was aber damals noch fehlte,
war ein entsprechendes Schulzimmer. Bei der Suche nach einem Pavillon ist man in Döttingen/AG auf einen
neuwertigen Doppelpavillon gestossen, der zum günstigen Preis von Fr. 70'000.-- erworben werden konnte. Es
galt nun, diesen Pavillon beim Schulhaus Farnbüel aufzustellen. Unter der Regie von Architekt Peter
Studer, Schachen, nahm man die Voraussetzungen für den Aufbau an die Hand. Maurer-, Zimmer-, Spengler- und
Dachdeckerarbeiten, die notwendigen sanitären und elektrischen Installationen sowie die Transporte und
ein entsprechendes Dach bei der Eingangspartie brachten vorgesehene Kosten von weiteren Fr. 75'0000.--.
Für die Erstellung dieses Pavillons benötigte man Land ausserhalb des gemeindeeigenen Schulhausplatzes. Vom
Landbesitzer, Amtsrichter Josef Bürkli, konnte das benötigte Areal im Baurecht erworben werden. Die
Gemeindeversammlung vom 29. April 1977 genehmigte die Baukosten im Betrag von Fr. 152'097.--, zusätzlich
aufgelaufene Bauzinsen von Fr. 10'830.--.
Gründung des Kindergartens in Schachen 1968
Im Jahre 1968 gründete eine private Organisation den Kindergarten in Schachen. Das Kindergartenlokal befand
sich im Wohnhaus "Post". Nachdiem diese Lokalitäten aus Platzgründen auf die Dauer nicht mehr erhältlich waren,
beschloss die Gemeindeversammlung vom 14. Mai 1970 die Erstellung eines Pavillons. Hiefür eignete sich der für
die Schulkinder vom Markt gemietete Pavillon der Firma Stöckli Holzbau AG, Wolhusen. Dieser Pavillon konnte
zum Preis von Fr. 30'000.-- angekauft und zwischen der Post und dem Bahnhof Schachen auf dem Land von
Josef Burri, Grosshof, erstellt werden.
|