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Schule Oberdorf - Geschichtliches
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Übersicht
Obwohl schon zur Zeit der französischen Revolution anno 1800 jeder Gemeinde die Errichtung einer Schule befohlen wurde, entstand diese in Werthenstein erst anno 1803, wobei vorerst das Waschhaus, heute Försterhaus, als Schulhaus diente. Im Jahre 1852 wurden die Schulen ins ehemalige Franiskanergebäude verlegt. 1862 wollte man auf Tribschwande eine Schule eröffnen, was aber nicht verwirklicht wurde. Im Jahre 1912 brachte man im Saal der alten Wirtschaft zum Kloster eine dritte Schulstufe unter und am 28. Oktober 1923 konnte im Oberdorf der Schulhausneubau eingeweiht werden. Im Jahre 1959 wurde dieser imposante Bau mit einem Anbau vergrössert.
 
Die Schule von Werthenstein
Am 26. Februar 1803 ersuchte der Erziehungsrat die Franziskaner, den ersten Stock in der "Waschhütte" (heutiges Försterhaus) als Schullokal freizugeben. Der erste Schulmeister von Werthenstein war Franziskanerpater Paul Lang. Im heute noch vorhandenen ersten Tagebuch der Schule Werthenstein beklagen sich die Lehrer, mit welchen schulischen Schwierigkeiten sie zu kämpfen hätten. Für 60 bis 80 Kinder sei das Schullokal zu klein, die Heizung funktioniere schlecht, es herrsche oft dichter Rauch, so dass die Schule ausfallen müsse. Bei schlechter Witterung, schlechten Wegverhältnissen oder wegen landwirtschaftlicher Arbeiten blieben die Kinder zu hause.
1852 wurde eine zweite Lehrkraft bewilligt, und beide Schulen verlegte man ins ehemalige Franziskanergebäude. Im Jahre 1862 beabsichtigte man auf Tribschwanden eine Schule zu eröffnen und die hiesige in eine Gesamtschule zu verschmelzen, was aber nicht verwirklicht werden konnte. Die anno 1912 errichte dritte Schulstufe fand Unterkunft im Saal der alten Wirtschaft "zum Kloster" im heutigen Missionshaus, im Herbst des gleichen Jahres wurde auch die 7. Klasse zum Schulbesuch verpflichtet, doch fanden sich am ersten Tag nur 3 von 8 Kindern ein.
1912 kaufte die Gemeinde Ruswil im Unterdorf das Gebäude der ehemaligen Seidenbandweberei. ach dem Ausbau dieser Räume zu Schullokalen verlangte man beim Erziehungsrat die Trennung der Schulen nach Gemeinden, was aber nicht bewilligt wurde. Die Mittel- und Oberstufe konnte 1919 ins Unterdorf, Gemeinde Ruswil, verlegt werden, und die Unterstufe dislozierte von der Klosterwirtschaft ins Franziskanergebäude.
 
Bau des Schulhauses Oberdorf
Nachdem die Trennung der Schulen nach Gemeinden verlangt war, hat die Gemeindeversammlung vom 8. Juli 1917 "in Rücksicht auf die vom Erziehungsrat zu wiederholten Malen erlassene Aufforderung" beschlossen: "Es sei im Falle, dass der von der Gemeinde Ruswil zum Schulkreis Werthenstein gehörende Bezirk nicht abgelöst wird, für den dato bestehenden Schulkreis im Oberdorf beim Neuhausbaumgarten ein neues Schulhaus zu erstellen".
Die Versammlung wählte gleichzeitig eine Baukommission, bestehend aus 9 Mitgliedern, und bewilligte den Kaufvertrag zwischen der Gemeinde und Frau Agatha Wicki-Emmenegger für den notwendigen Grund und Boden zur Erstellung eines Schulhauses. Am 18. Dezember 1918 beauftragte der Regierungsrat die Gemeinde Werthenstein, für den bisherigen Schulkreis Ruswil-Werthenstein ein neues, zweckentsprechendes Schulhaus zu erstellen. Die Gemeindeversammlung vom 5. Oktober 1919 beschloss, beim Regierungsrat die Trennung des Schulkreises Werthenstein zu beantragen und für die Bedürfnisse von Werthenstein ein eigenes Schulhaus zu bauen. Die Pflicht zur Erstellung dieses Schulhauses im Oberdorf soll aber vorläufig auf 2 bis 3 Jahre oder bis zur anderweitigen Verwendung der Klosterräumlichkeiten sistiert und die bisher für Schulzwecke benutzten Räumlichkeiten zum bisherigen Zins bis zum Neubau des Schulhauses überlassen werden. Auf Beschluss des Regierungsrates vom 7. Februar 1920 wurde der bestehende Schulkreis Werthenstein in die zwei Schulkreise Werthenstein-Oberdorf und Werthenstein-Unterdorf, Gemeinde Ruswil, aufgeteilt. An den Gemeindeversammlungen vom 29. Mai 1921 und 22. Januar 1922 wurde der Bau und der notwendige Kredit beschlossen. Gemäss Kostenvoranschlag des Archtikturbüros Theiler und Helber, Luzern, rechnete man für das Schulhaus mit drei Klassenzimmern, einem Versammlungslokal und einer Lehrerwohnung mit einem Aufwand von Fr. 133'647.--. Der Bau wurde in den Jahren 1922/23 erstellt. Die Baukosten beliefen sich auf Fr. 124'225.--.
 
Errichtung einer Hauswirtschaftsschule
Die Gemeindeversammlung vom 15. Februar 1948 beschloss die Errichtung einer Hauswirtschaftsschule, genehmigte die Umschreibung des Schulkreises und beauftragte die bestellte Kommission mit der Durchführung der notwendigen Neubauten. Gemäss einem Projekt von Architekt Jules Ulmi, Wolhusen, wurde für die Hauswirtschaftsschule im Kellerraum des Schulhauses ein Kredit von Fr. 15'000.-, ohne Ausrüstungsgegenstände gutgeheissen.
 
Einführung der 8. Klasse
Im Verlaufe des Sommers 1955 befassten sich die Gemeindeammänner von Werthenstein und Ruswil, im Beisein von Schulinspektoren und Schulpflegepräsidenten, mit der Einführung der 8. Klasse in Werthenstein. Gemäss Erläuterungen des kantonalen Schulinspektors Hess sollte man diese Oberschule, den neuen Schultyp, selbständig führen, also nicht mit andern Schulen kombinieren. Der 15. April 1959 gelte als letzter Termin für deren Einführung. Es ergaben sich Fragen und Probleme, deren Beantwortungen und Lösungen mehr Zeit beanspruchten, als zum vorneherein angenommen werden durfte. Man sah Möglichkeiten zur Errichtung geeigneter Schulräume nur im Schulhaus Oberdorf. Mit einer Eingabe vom Dezember 1957 machte die Schulpflege auf die Möglichkeiten eines Anbaues aufmerksam und wünschte die Bestellung einer Kommission, die sich sofort hinter das Studium dieser dringenden Fragen machte. Der Gemeinderat stimmte diesem Vorschlag zu, machte aber geltend, dass gleichzeitig auch die Frage für die Einführung der Oberschule für den Schulkreis Schachen überprüft werden sollte. Es solle abgeklärt werden, ob und wieweit Schüler aus dem Kreis Schachen eventuell dem Kreis Werthenstein zugeteilt werden könnten.
Gerade dieses Problem brachte in bezug auf den damals bestehenden Lehrermangel und der angestrebten Verschiebung einer Lehrperson erneute Verzögerungen. An der Gemeindeversammlung vom 16. März 1958 beschlossen die 85 anwesenden Stimmbürger einstimmig die Einführung des Obligatoriums für die 7. und 8. Klasse im Schulkreis Oberdorf auf Beginn des Schuljahres 1958/59, jedoch nur unter dem Vorbehalt, dass die neue Lehrstelle mit einem Verweser besetzt werden könne. Der Gemeinderat erhielt die Bewilligung für die Anschaffung des notwendigen Mobiliars im Betrag von ca. Fr. 6000.--. Da in der Folge der Regierungsrat dem Vorbehalt um Errichtung einer weiteren Lehrstelle nicht entsprechen konnte, wurde das geplante und eigentlich beschlossene Obligatorium für den Kreis Werthenstein-Oberdorf für das Schuljahr 1958/59 hinfällig. Die Eröffnung der zweiklassigen Oberschule Werthenstein war damit auf den Beginn des Schuljahres 1959/60 vertagt. Da die notwendigen, neuen Räumlichkeiten noch nicht vorhanden waren, diente dann vorerst das Gemeindelokal als Klassenzimmer, wobei der vorgeschriebene Werkunterricht nicht gesetzeskonform durchgeführt werden konnte.
 
Anbau an das Schulhaus Oberdorf
Die Gemeindeversammlung vom 29. Juli 1958 bestellte eine Baukommission für die Bereitstellung der erorderlichen Schulräume. Otto Muff, nachmaliger Armenpfleger, präsidierte die Kommission. Nach gründlichem Studium mehrerer Varianten legte die Baukommission mit dem Architekten Josef Müller, Ruswil, ein Anbauprojekt vor. Sie bezog den Landkauf für den Turn- und Spielplatz, sowie dessen Instandstellung und Asphaltierung in das Bauprogramm mit ein. Die Gesamtkosten bezifferten sich auf Fr. 195'000.--. Bauprojekt und der voranschlagte Kostenbetrag erhielten an der Gemeindeversammlung vom 30. August 1959 die Zustimmung der Bürgerschaft. Die Kostenabrechnung wies indessen Baukosten von total Fr. 250'681.85 aus. Die Mehrkosten waren in der Umstellung der veralteten Zentral- in eine Ölheizungsanlage, der notwendigen Umgestaltung des Turn- und Spielplatzes sowie im Mehrbedarf an Einrichtungsgegenständen und der eingetretenen Teuerung ausgewiesen. Im Juli 1961 musste sich die Bürgerschaft erneut mit einem Kreditbegehren für einen Weiterausbau und einer Renovation befassen. Diese notwendigen Umbau- und Renovationsarbeiten beliefen sich auf Fr. 97'378.25.
 
Renovation Hauswirtschaftsschule
Mit Schreiben vom 14. November 1980 verlangte das kantonale Inspektorat für den hauswirtschaftlichen Unterricht, die Räume der Hauswirtschaftsschule mit einer Renovation wieder zweckmässig zu gestalten. Es rügte verschiedene Mängel an technischen, hygienischen und räumlichen Einrichtungen. Gestützt auf diese Mängel hat das Architekturbüro Baumeler, Wolhusen, ein Renovationsprojekt mit Kostenvoranschlag erstellt. Aufgrund der Kostenzusammenstellung benötigte man einen Kredit von Fr. 75'000.--.

aus "Die Gemeinde Werthenstein", 1989, Herausgeber Gemeinde Werthenstein

 
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